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Die Ärztin Noorjehan Abdul Majid bekommt als erste Muslima den Bischof-Hemmerle-Preis

Noorjehan Abdul Majid.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 03/2016

Brückenbauerin, die den Respekt vorlebt

Die Ärztin Noorjehan Abdul Majid erhält den Klaus-Hemmerle-Preis

In der Haupstadt des afrikanischen Staates Mosambik, Maputo, führt die promovierte Ärztin Noorjehan Abdul Majid einen engagierten Kampf gegen Aids.

Sie arbeitet im Dream-Projekt mit, das von der katholischen Laienbewegung Sant’Egidio und der Deutschen Aids-Stiftung unterstützt wird. Aids ist im Land ein großes Problem – rund 12 Prozent der Bevölkerung sind mit dem HI-Virus infiziert. Der Vater hat Aids, die Mutter ist HIV-positiv – für Mosambiks Kinder bedeutete dies bis vor Kurzem das Todesurteil, noch bevor sie geboren waren.

Aufklärung und Abhilfe schaffen Noorjehan Abdul Majid und ihr Team. Gesundheitsaufklärung gehört ebenso zum Programm wie die Ausgabe ausgewogener Mahlzeiten und die Verteilung antiretroviraler Medikamente. Schlecht ernährte Patienten, weiß man bei Dream, sind anfälliger für gefährliche Viren und haben eine wesentlich höhere Todesrate. Majid arbeitet seit 2002 in mehreren Aids-Zentren in und außerhalb von Maputo. Mit Erfolg: In den drei „Dream“-Zentren in Mosambik sind mehr als 8000 Frauen in Therapie, knapp 7000 Kinder wurden gesund geboren.

Kommenden Freitag erhält Majid von der Fokolar-Bewegung den nach dem verstorbenen Bischof von Aachen benannten Klaus-Hemmerle-Preis 2016. Damit werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um die Förderung der Einheit und den Dialog zwischen den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften sowie mit Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen verdient gemacht haben.

 

Noorjehan Majid heilt Menschen mit mehr als ärztlicher Kunst

Mit der Verleihung des Klaus-Hemmerle-Preises an Frau Majid „wird daran erinnert, wie sehr Klaus Hemmerle den Respekt voreinander und das stete Bemühen um Verständigung als menschliche Grundhaltung gelebt und geschätzt hat. Frau Majid lebt diesen Respekt; sie stiftet Nähe und heilt Menschen mit mehr als ihrer medizinischen Kunst,“ sagt die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan. Sie wird beim Festakt im Dom die Laudatio auf Noorjehan Abdul Majid halten.

Majid ist als Ärztin in ihrem Heimatland Mosambik tätig und arbeitet als Muslimin in hervorragender Weise mit Christen und Mitgliedern anderer Religionen zusammen. Mit ihr werden gleichzeitig die Aktivitäten der Gemeinschaft Sant’Egidio in Mosambik, besonders das Dream-Projekt, gewürdigt.

 

Die Zahl der Neuinfektionen sank bei Kindern seit 2000 um 58 Prozent

Wie erfolgreich der Kampf gegen HIV und Aids verläuft, an dem das Dream-Projekt entscheidend beteiligt ist, lässt der aktuelle Bericht der Aids-Organisation der Vereinten Nationen erkennen, veröffentlicht am Welt-Aids-Tag 2015. „Bei Kindern sank die Zahl der Neuinfektionen sogar um 58 Prozent: von etwa 520000 im Jahr 2000 auf rund 220000 im letzten Jahr.“ Diesen Erfolg kann sich die designierte Preisträgerin mit auf die Fahne schreiben. Noorjehan Majid hat sich auf die Behandlung von Menschen mit Aids spezialisiert.

Seit 2008 ist sie klinische Direktorin des Dream-Programms in Mosambik. Zu ihren Aufgaben gehören die medizinische Versorgung von HIV-Patienten in vier Aids-Behandlungszentren in Maputo und Matola, die Supervision der anderen sieben von Dream unterstützen Aids-Zentren in anderen Landesteilen in Mosambik, die Beratung von Selbsthilfe- und Menschenrechtsgruppen von HIV-Patienten, die Beteiligung an Fortbildungen des Dream-Programms als Referentin, die Mitarbeit in staatlichen Gremien zu den Themen Gesundheit und HIV/Aids. Als Frau und Muslimin kann Noorjehan Majid im Zusammenhang mit ihrer Arbeit besondere Zeichen setzen.

 

Die desginierte Preisträgerin ist ein Vorbild im Jahr der Barmherzigkeit

Dazu erklärt Annette Schavan: „Für das Lebenswerk Frau Majids ist die Verbindung ihrer ärztlichen Kunst mit ihrer Unerschrockenheit, ihrer Empathie und Unvoreingenommenheit jedem Menschen gegenüber prägend. Das beeindruckt mich sehr. Sie ist ein Vorbild im Jahr der Barmherzigkeit.“ Dass Frau Majid in acht Sprachen kommunizieren kann – Portugiesisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Meman, Hindi, Urdu, Gujrati – zeichnet sie zudem in einem ganz konkreten Sinn als Brückenbauerin aus. Eine wichtige Aufgabe überträgt Noorjehan Majid den sogenannten Aktivisten – meist sind es Frauen, die selbst infiziert sind. Sie sind in ihren Dörfern bekannt und können den Patienten nicht nur erklären, was sie tun müssen, sondern sind selbst Beispiele dafür, dass man mit HIV und Aids leben kann. Das schafft Vertrauen und ist die Basis dafür, dass eine Therapie konsequent durchgehalten wird. „Unsere Standards sind dieselben wie in Deutschland“, betont Majid. Und – besonders wichtig – für die Patienten sei die Versorgung kostenlos.

An ihre Mitstreiter richtet Majid den eindringlichen Appell: „Gebt niemals auf! Kämpft bis zuletzt!“ Damit spricht sie sowohl die finanziellen Unterstützer an, ohne deren Hilfe das Dream-Projekt nicht funktionieren kann, als auch diejenigen, die ganz konkret vor Ort im Einsatz sind. Die Energie und Tatkraft, die aus der Haltung und den Worten der Ärztin spricht, beeindruckt auch Annette Schavan: „Noorjehan Majid ist im besten Sinne des Wortes eine Brückenbauerin zwischen den Religionen. An ihr und ihrem Wirken ist auf ganz konkrete Weise erkennbar, wie die tätige Sorge um Menschen Grenzen überwindet. Von ihr können wir lernen, dass Gott uns auf den Menschen verpflichtet hat.“ Der Festakt der Preisverleihung findet am Freitag, 22. Januar, um 19.30 Uhr im Hohen Dom zu Aachen statt. Anschließend treffen sich die geladenen Gäste in den Räumen der griechisch-orthodoxen Gemeinde zu einem Umtrunk.


Von Ruth Schlotterhose

Veröffentlicht am 13.01.2016

 
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