Downloadbereich Bischöfliches Generalvikariat Aachen
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Von Feen, Hexen und Räubern...

25.05.2016, 19:30 - 21:30

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25.05.2016, 19:30 - 21:15

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03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 13:00

Wochenende für Ehepaare

03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 10:00

"Abenteuer Schatzsuche"

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Diözesanadmistrator Karl Borsch gibt Impulse zur Barmherzigkeit

Weihbischof Karl Borsch.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 08/2016

Die Barmherzigkeit leben lernen

Impulse von Diözesanadministrator Karl Borsch im Fastenhirtenbrief

Liebe Schwestern und Brüder,

wir beginnen diese Fastenzeit mitten im Jahr der Barmherzigkeit. Gott ist gerecht. Doch wäre Gott nur gerecht, wäre er bald am Ende mit uns. Größer als seine Gerechtigkeit ist Gottes Barmherzigkeit. Gott liebt uns, wie Eltern ihre Kinder lieben, auch wenn sie schwach und hilflos sind und noch so viele Fehler machen. Wie der barmherzige Vater im Gleichnis (Lk 15,11–32) kommt Gott uns mit offenen Armen entgegen – immer. Das ist die Grundlage. Gottes barmherzige Liebe. Und die hat Konsequenzen. Auch wir sollen lieben: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“(Lk 6,36). Barmherzigkeit lässt sich nicht abstrakt behandeln. Barmherzigkeit heißt handeln.

„Nicht so viel reden, sondern mit dem ganzen Leben sprechen.“ Dieses Wort von Papst Franziskus, finde ich, führt uns auf die entscheidende Spur der Fastenzeit. Es geht nicht um zusätzliches Reden, sondern um beherzte Einkehr und Umkehr. Ich schlage Ihnen vor, in diesen Wochen etwas in Ihrem Leben zu verändern und erst einmal nur für diese Zeit auszuprobieren. Ich schlage Ihnen vor, einen barmherzigen Umgang mit sich selbst, mit Ihren Nächsten und mit Ihrer Gemeinde einzuüben. Bitte, prüfen Sie sich in dieser Fastenzeit in einem ersten Schritt: Wie gehe ich mit mir selbst um, mit dem Leben, das Gott mir geschenkt hat? Bin ich freundlich, würdevoll und barmherzig mit mir? Oder überfordere ich mich ständig, bin hartherzig und abwertend mir selbst gegenüber?

Die Pforte der Barmherzigkeit, die in Rom und an vielen Kirchen der Welt und in unserem Bistum geöffnet wurde, diese Pforte der Barmherzigkeit geht zuerst nach innen auf – das heißt zu mir. Nur wenn ich vor Gott die Pforte der Barmherzigkeit zu mir selbst nicht verschließe, kann er bei mir eintreten, kann seine Barmherzigkeit in mich strömen und mich erfüllen. Diese erste Übung wird für viele die schwerste sein: Mit dem Menschen barmherzig umgehen, mit dem wir am meisten zu tun haben – mit uns selbst. Bitte, prüfen Sie sich in dieser Fastenzeit in einem zweiten Schritt: Wer sind meine Nächsten? Wie sehen meine Beziehungen aus – in Ehe und Partnerschaft, in der Familie, unter Freunden und am Arbeitsplatz? Muss ich da etwas neu ordnen, klären oder richten?

Barmherzigkeit ist nicht altmodisch. Barmherzigkeit bringt uns dazu, im anderen die Schwächen und Fehler zwar zu erkennen und vielleicht auch darunter zu leiden, aber ihm deshalb nicht die Nähe und Zuneigung zu verweigern. Barmherzig sein bedeutet, damit zu leben, dass die anderen (und wir selbst) unvollkommen sind. Und das steht nicht im Widerspruch dazu, dass wir unserem Nächsten natürlich auch dabei helfen sollen, sich weiterzuentwickeln und zu entfalten, an den eigenen Schwächen und Fehlern zu arbeiten oder sich und anderen gegenüber ehrlich zu sein. Dem Nächsten geholfen hat auch der barmherzige Samariter. Sein Nächster war der Fremde, der unter die Räuber gefallen war (Lk 10,25–37). Wo ruft Christus mich um Barmherzigkeit an durch die stumme Gegenwart eines Einsamen, eines Kranken, eines Flüchtlings? Wo gilt es, die Pforte der Barmherzigkeit nach außen, in fremdes und unbekanntes Land hinein zu durchschreiten? Ich muss das nicht alleine tun. Wen kann ich da fragen, wem mich anschließen? Bitte, prüfen Sie sich in dieser Fastenzeit in einem dritten Schritt: Wie gehen wir in unserer Gemeinde, in unserer Gemeinschaft der Gemeinden, in unseren Gruppen und Gremien miteinander um?

Die Menschen beklagen oft die Gnadenlosigkeit in Gesellschaft und Arbeitswelt. Sind wir entschieden bereit, dem zu widerstehen und in der Kirche barmherzig und wohlwollend miteinander umzugehen? Dürfen Menschen bei uns schwach sein? Bestimmen Machtkämpfe zwischen Einzelnen oder Gruppen die Tagesordnung oder hören wir aufeinander? Sind wir bereit zu vergeben? Barmherzigkeit öffnet Herzen und Türen! Und bedenken Sie: Wie gehen Sie als Ehrenamtliche mit den Hauptamtlichen und Sie als Hauptamtliche mit den Ehrenamtlichen um? Geht es da nicht nur gerecht, sondern auch barmherzig zu?

Liebe Schwestern und Brüder, die Fastenzeit ist eine Zeit der Einkehr und der Umkehr. Sie ist ein geistliches „Trainingsfeld“ für Leib und Geist und Seele. Beraten Sie sich mit Ihrem „Trainer“, mit Jesus Christus! Entscheiden Sie, was Vorrang hat. Ist es an der Zeit, die Pforten der Barmherzigkeit von außen nach innen zu durchschreiten, weil Sie im Augenblick zu sehr außer sich sind? Oder müssen Sie die Pforte der Barmherzigkeit von innen nach außen durchschreiten, weil Ihr Leben im Inneren allein unfruchtbar bleibt? Brechen Sie nichts übers Knie. Aber packen Sie etwas an. Und sei es nur ein Anstoß aus den genannten drei Bereichen. Je konkreter, desto fruchtbarer.

Liebe Schwestern und Brüder, wir sprechen nicht vor allem mit Worten. Wir sprechen vielmehr mit unseren Taten. Beherzt nehmen wir in der Fastenzeit unser Leben in die Hand und strecken uns aus nach dem, was vor uns liegt. Gott ruft uns. Wie Papst Franziskus sagt: „Er will uns glücklich sehen, voller Freude und Gelassenheit“ (aus der Verkündigungsbulle zum Heiligen Jahr, Misericordiae vultus, 9). Gottes Geist begleite und unterstütze uns, wenn wir uns in dieser Fastenzeit üben, barmherzig zu leben. Ich wünsche Ihnen und allen, die zu Ihnen gehören, eine gesegnete und erfüllte Fastenzeit.

 

Ihr Karl Borsch,

Diözesanadministrator des Bistums Aachen


Von Kathrin Albrecht

Veröffentlicht am 17.02.2016

 
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