Downloadbereich Bischöfliches Generalvikariat Aachen
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30.05.2016, 18:30 - 21:30

Der Frosch zieht Hemd und Hose an...

Lieder zum Singen mit Spaß, Spiel und Bewegung in der Kita Mehr

01.06.2016, 19:30 - 22:00

Bibelgespräch und mehr

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Im Werden

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03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 14:00

Enneagramm Wochenende

Sich und andere verstehen. Eine Einführung in die Persönlichkeitsmuster des Enneagramm. Mehr

03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 13:00

Wochenende für Ehepaare

03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 10:00

"Abenteuer Schatzsuche"

Ein Angebot für Mädchen von 11-13 Jahren Mehr

04.06.2016, 14:00 - 18:00

Der Aachener Passionsaltar

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04.06.2016, 14:30 - 18:00

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06.06.2016, 15:00 - 09.06.2016, 13:00

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Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen von Christen im Bistum Aachen KiZ 01/2016

Was bringt die Zukunft? Diese Frage gleicht dem sprichwörtlichen Blick in die Glaskugel. Wir fragten Menschen aus dem Bistum nach ihren persönlichen Erwartungen und Wünschen für das neue Jahr.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 01/2016

Flüchtlinge bleiben das Thema Nr. 1

Umfrage zu Vorsätzen, Wünschen, Erwartungen an das Jahr 2016

Mit welchen Vorsätzen, Wünschen und Erwartungen gehen Christen aus dem Bistum in das neue Jahr? Das große Thema, das alle anderen Anliegen überlagert, bleibt der Einsatz für Flüchtlinge. Aber auch die nahende Bischofswahl und das Jahr der Barmherzigkeit bewegen viele Befragte. Ein Überblick.

Mit den guten Vorsätzen ist das so eine Sache. Manche nutzen sie, um ein weiteres Mal Kräfte für eine bedeutende Sache zu mobilisieren. Wer aber schon Einsatz für viele gute Zwecke zeigt, stößt zuweilen an Grenzen. Wie Lothar Zimmermann: Der Vorsitzende des Krefelder Katholikenrates will „versuchen herauszufinden, welche meiner Aktivitäten wichtig sind, und mich auf diese beschränken, damit ich freudig arbeiten kann, ohne den Überblick zu verlieren“. Kaum weniger aktiv, hat Marie-Theres Jung aus Langerwehe diesen Versuch aufgegeben: „Gute Vorsätze habe ich für das neue Jahr keine, denn sie werden eh nicht eingehalten. Ich nehme das Leben mit seinen Aufgaben und Herausforderungen, so wie es kommt, und versuche mich der jeweiligen Situation zu stellen,“ sagt die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) im Bistum Aachen.

Der Heinsberger Propst Markus Bruns wagt drei Vorsätze: „Tägliches Gebet für die Kirche von Aachen und um einen guten neuen Bischof. Etwas mehr Zeit für regelmäßige geistliche und theologische Lektüre. Ein paar Brocken Spanisch lernen.“ Warum das Letztere? Bruns besucht im Mai 2016 das Partnerland des Bistums Aachen, Kolumbien. Ähnlich konkret hält es Renate Müller, Sprecherin der Bischöflichen Kommission Kirche und Arbeiterschaft – Pläne statt Vorsätze. „Komisch wäre mir, wenn ich ins neue Jahr ginge ohne ein Herzensanliegen, in das ich mich reinhängen will und kann.“ In diesem Jahr wird es eine Initiative gegen Altersarmut sein, zusammen mit Bündnispartnern aus der Diözese.

Auch Schwester Martina Kohler SSpS, Pastoralreferentin in Eschweiler, bleibt authentisch: „Ich habe keinen speziellen Vorsatz, aber ich versuche, meinem Motto treu zu bleiben: ,Rede nicht von Gott, wenn du nicht gefragt wirst, aber lebe so, dass man dich fragt.‘“ Mit welchen Erwartungen und Wünschen für das Bistum Aachen gehen die Befragten in das neue Jahr? Nahezu alle nennen als erstes, dass „ein guter neuer Bischof“ gefunden wird. Was diesen ausmacht? Ist es so, wie Marie-Theres Jung ironisch zuspitzt: „Ein Bischof, der allen Erwartungen entspricht, alles und allem gerecht wird?“

Nur einige Wortmeldungen: Der gute neue Bischof „trägt für Leitung Sorge, hat einen genauen Blick für die Ressourcen des Bistums und erwartet nichts vom Bistum, was dieses nicht leisten kann oder nicht braucht,“ sagt Sabine Kock, pastorale Mitarbeiterin der Pfadfinderinnenschaft St. Georg.

 

Bei allem Warten auf neuen Bischof an eigene Gestaltungskraft glauben

„Er gibt der Kirche im Bistum Aachen ein menschenfreundliches, offenes und einladendes Gesicht und ist ein tief spiritueller Mensch,“ formuliert Schwester Martina Kohler. Markus Bruns wiederum skizziert: „Er verkündet bodenständig und den Menschen zugewandt das Evangelium, hat die Volk-Gottes-Theologie des II. Vatikanischen Konzils verinnerlicht. Ihn zeichnet ein starkes kommunikatives und spirituelles Profil aus.“ Und abschließend Lothar Zimmermann: „Ich wünsche mir einen Bischof, der die Ideen und das Charisma von Papst Franziskus in unserem Bistum aufblühen lässt.“

Bei allem Warten auf den neuen Bischof plädiert Sabine Kock, „dass wir alle das Wohl und Wehe unseres Bistums nicht nur von einem Bischof abhängig machen, sondern auch an die eigene Überzeugungs- und Gestaltungskraft glauben.“ Markus Bruns wirbt „für eine Kultur der Achtsamkeit und Wertschätzung in unserem Bistum und mehr Wohlwollen und Zutrauen im Umgang miteinander auf den unterschiedlichen Ebenen“.

Blickt man über den Tellerrand der Kirche hinaus, schaut man gleich in das Gesicht der Flüchtlinge. Ihre Erstversorgung und Integration bleiben Thema Nr. 1 für die meisten Befragten auch im neuen Jahr. Auch für Ursula Braun-Kurzmann, Geschäftsführerin des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF) in Aachen. Sie wirbt wie andere Befragte um einen langen Atem. „Wir alle sollten nicht damit aufhören, uns gemeinsam für Flüchtlinge und gegen rechtsextremistische Angriffe aufzustellen.“ Und sie hat einen Wunsch an die Gemeinden, Verbände und Einrichtungen im Bistum Aachen: „Sie sollen ihre vielfältigen Möglichkeiten zur Integration von Flüchtlingen in Kindertagesstätten, in Schulen, in den Gemeinden, bei Festen und Veranstaltungen und in den karitativen Diensten und Einrichtungen nutzen.“

Missio-Diözesanreferentin Anke Reermann ergänzt: „Der aufrichtige, wertschätzende und offene Dialog der Religionen hat höchste Priorität, auch wenn uns dies angesichts religiös motivierten Terrors und Gewalt nicht leicht fällt.“ Vor Ort erfordere das Durchhaltevermögen. Die Akteure sollten die notwendige Unterstützung ihrer wichtigen Arbeit gegenüber Politik und Kirche einfordern.

Der Kreis schließt sich, wenn die Befragten auf das Jahr der Barmherzigkeit schauen. Da geraten die Gruppen in den Blick, zu deren Leben die Kirche sich nach Ansicht vieler Befragter ein neues Verhältnis erarbeiten soll. „Die Institution Kirche hat sich selbst vor eine große Herausforderung gestellt“, sagt Marie-Theres Jung.

 

Die Botschaft der Barmherzigkeit in alle Lebensbereiche hineintragen

„Wenn sie das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ernst nimmt, muss sie sich auf den Weg machen, um zu ihrem Ursprung zurückzufinden, eine Gemeinschaft von Menschen zu werden, die aus der Frohen Botschaft heraus und für die Menschen lebt, weitab von Strukturen, Dogmen und Machtgehabe.“ Und die KFD-Vorsitzende setzt hinzu: „Dann müssten Diskussionen wie über Geschieden-Wiederverheiratete oder Homosexuelle ein Ende haben.“ Es gelte, „die Botschaft der Barmherzigkeit in alle Lebensbereiche von Menschen hineinzutragen in einer Weise, dass sie verstanden werden kann – Vorurteile, Ausgrenzung, Verurteilungen abzubauen“, bekräftigt auch Schwester Martina Kohler. Gesellschaftliches Engagement dürfe nicht nachlassen; es müsse deutlich werden, „dass diese Arbeit geleitet ist von unserem Glauben an Christus und seinem Auftrag der Liebe“, ergänzt Lothar Zimmermann. Beim sozialen Einsatz sei es zentral, den Leuten auf Augenhöhe zu begegnen. Aber: „Hier haben wir noch viel zu lernen.“

 

Zitiert

Ich wünsche mir mehr Wohlwollen und Zutrauen im Umgang miteinander auf allen Ebenen des Bistums.

Propst Markus Bruns aus Heinsberg


Von Thomas Hohenschue

Veröffentlicht am 31.12.2015

 
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