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Mussié Mesghinna

Mussié Mesghinna ist Referent für Flüchtlingsfragen Flüchtlingsfragen beim Caritasverband für das Bistum Aachen.

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"Integration ist ein sehr langer Prozess"

Mussié Mesghinna vom Caritasverband für das Bistum Aachen im Interview über Integration von Flüchtlingen

Er war selbst politischer Flüchtling aus Eritrea, leitete viele Jahre den Fachdienst für Integration und Migration des Regionalen Caritasverbandes Krefeld .

Nun ist er Referent für Flüchtlingsfragen beim Caritasverband für das Bistum Aachen: Mussié Mesghinna weiß aus eigener Erfahrung, wie Integration von Flüchtlingen gelingen kann und warum Arbeit, Wohnung und Nachbarschaft so wichtig sind. Im Interview mit der in Düsseldorf erschienenen Zeitschrift "Caritas in NRW" spricht er darüber. Eine Bestandsaufnahme, die Mut macht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Recht, so Mesghinna, wenn sie davon spreche, das Asyl keine Grenzen kenne. Das Asylrecht sei im Grundgesetz verankert. "Das bedeutet, dass jede Person, die einen Asylantrag stellt, ein rechtsstaatliches Asylrechtsverfahren erhält und nach der Entscheidung entweder hier bleiben kann oder in ihre Heimat zurückkehrt. Das Grundgesetz sagt: Politisch Verfolgte genießen Asyl. Und für diese gibt es keine Begrenzung", so Mesghinna weiter.

Integration sei ein interaktiver, sehr langer Prozess, geschehe nicht über Nacht. Es gehe um eine wechselseitige Anpassung und Angleichung, keine Assimilation, der Flüchtling werde nicht plötzlich zu einem Einheimischen, so Mesghinna. Er persönlich spreche lieber von Inklusion. "Inklusion bedeutet, dass wir uns in unserem So-Sein annehmen, uns auf Augenhöhe begegnen und nicht in Hierarchien denken. Ich nehme die Gesamtheit der Person an und kann mir nicht das aussuchen, was mir passt. Das gilt übrigens für beide Seiten. Und: Inklusion findet immer auf Augenhöhe statt und beruht auf Akzeptanz, Erkennung, Anerkennung und Respektierung", sagte Mesghinna weiter. Das bedeute nicht, dass sich ein Fremder den kulturellen Techniken, den Werten und Normen Deutschlands und seinen Gesetzen nicht anpassen müsse. Wer hier leben wolle, benötige, um zu kommunizieren, die deutsche Sprache. Seine Muttersprache, seine angestammte Kultur müsse er deswegen aber nicht über Bord werfen. In Deutschland gebe es bestimmte Errungenschaften, die sehr wichtig seien, die universell Geltung hätten. Das seien Regeln, die für jeden gelten würden, auch für Flüchtlinge und Zugezogene.

Als großartig bezeichnete Mesghinna die Willkommenskultur, mit der die Zivilgesellschaft in Deutschland den Flüchtlingen begegne. "Unsäglich sei allerdings, dass manche Politiker die eigene Angst überzeichnen und so medienwirksam den Menschen suggerieren, wir schaffen es nicht", so Mesghinna weiter. Wenn die Medien berichteten, dass in Deutschland Anschläge gegen Flüchtlinge zugenommen hätten, müsse gefragt werden, wem diese Anschläge wirklich gelten würden-"Sie gelten diesem Land und seinem Grundsatz: Die Würde des Menschen ist unantastbar", so Mesghinna.

Damit Integration von Flüchtlingen gelinge, müsse jeder Flüchtling die deutsche Sprache erlernen, sagte Mesghinna weiter. Auch Arbeit sei wichtig. Dem stehe aber die Erfahrung bei nahezu jeder Migrationsbewegung gegenüber, "dass es kaum Flüchtlinge gibt, die es geschafft haben, hier sofort in ihrem angestammten Beruf Fuß zu fassen, trotz Erlernens der deutschen Sprache, jeder von uns hat hier in den Nischen angefangen, zu denen es eine Öffnung gab", so der Referent für Flüchtlingsfragen aus eigener Erfahrung.

Mussié Mesghinna, Jahrgang 1949, wurde in einem kleinen Dorf im Hochland Zentral-Eritreas in eine katholische Bauernfamilie geboren. 1966 kam er aufgrund von familiären Beziehungen - sein Bruder studierte in Rom - nach Aachen. Dort machte er am Pius-Gymnasium sein Abitur und studierte in Aachen und Hamburg Politische Wissenschaften, Soziologie, Erziehungswissenschaften und Psychologie. Weil er sich für Veränderungen in seiner Heimat politisch einsetzen und sich an der Freiheitsbewegung dort beteiligen wollte, kehrte er nach Eritrea zurück. Nach acht Jahren musste er 1984 aus politischen Gründen seine Heimat verlassen und kam als Flüchtling nach Deutschland. Bei der Caritas in Krefeld leitete er viele Jahre den Fachdienst für Integration und Migration, seit Jahresbeginn ist er beim Caritasverband für das Bistum Aachen als Referent für Flüchtlingsfragen tätig. In seiner Heimat Eritrea war Mesghinna zuletzt im Jahr 2005.

Das Interview mit Mussie Mesghinna lesen Sie im Wortlaut unter diesem Link: http://www.caritas-nrw.de/magazin/2016/artikel/ein-sehr-langer-prozess 


Veröffentlicht am 02.02.2016

 
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