Downloadbereich Bischöfliches Generalvikariat Aachen
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Logo des Bistums Aachen zur Partnerschaft mit Kolumbien

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 05/2016

Jetzt gibt es wohl kein Zurück mehr

Im Partnerland des Bistums, Kolumbien, scheint der Friedensprozess einen großen Schritt weiter

Noch nie war Frieden in Kolumbien so konkret wie in diesen Tagen. In der kubanischen Hauptstadt Havanna einigten sich Regierung und Farc darauf, UN-Beobachter in den Friedensprozess einzubinden.

 Das Bistum Aachen verbindet eine über 50-jährige Partnerschaft mit dem lateinamerikanischen Land, das seit mehr als 60 Jahren von einem blutigen Konflikt zwischen der Regierung und veschiedenen bewaffneten Gruppen geprägt ist. Die KirchenZeitung hat Vertreter der Weltkirche zu den jüngsten Entwicklungen befragt. Bei allen Befragten sind die Verhandlungsergebnisse ein deutliches Hoffnungssignal, in den Verhandlungen sei ein „point of no return“ erreicht. UN-Beobachter sind ein wichtiges Signal im Land „Wenn erst einmal der Siherheitsrat der Vereinten Nationen – die oberste Körperschaft der Welt bei der Suche nach Frieden – formal eingeschaltet ist, sind die Regierung und die Farc verpflichtet, die ausstehenden Punkte zu Ende zu verhandeln und alles in die Praxis umzusetzen“, sagt Monsignore Stefan Dückers, Bischöflicher Beauftragter der Kolumbienpartnerschaft.

Eine dritte Partei könne im Friedensprozess stabilierend wirken, meint auch Oliver Bühl, Vorsitzender des Aachener BDKJ-Diözesanverbandes. In Kolumbien selbst macht vor allem Ex-Präsident Alvaro Uribe Stimmung gegen die Verhandlungen. „Seiner Argumentation zufolge sollte man mit Terroristen wie der Farc nicht verhandeln, sondern sie militärisch besiegen“, berichtet die Theologin Ulrike Purrer, die in der südkolumbianischen Küstenstadt Tumaco mit Kindern und Jugendlichen arbeitet. Die UN könne ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass die internationale Staatengemeinschaft einen am Verhandlungstisch erreichten Frieden unterstützt und legitimiert. „Dies ist auch für die Meinungsbildung in Kolumbien selbst extrem wichtig“, sagt Purrer.

 

Ob die Waffen schweigen, hängt von Perspektiven ab

Doch der Friedensvertrag ist nur der Anfang eines langen Weges, auch darin sind sich alle Befragten einig. „Wichtig ist, dass von der Führungsebene der Farc ein deutliches Signal an die Führer der unteren Kommando-Einheiten ausgeht“, sagt Oliver Bühl. Er befürchtet, dass auf diesen Ebenen niemand ohne weiteres bereit ist, seine Waffen abzugeben. Mit 8000 Menschen unter Waffen ist die Farc die größte Partei, jedoch nicht die einzige. Mit der ebenfalls linksgerichteten Eln gebe es hinter verschlossenen Türen Gespräche, die in offizielle Verhandlungen münden sollen. Und dann ist da noch die kaum durchschaubare Gruppe der „Bandas Criminales“, die sich aus den Resten der 2005 offiziell aufgelösten paramilitärischen Gruppen über organisiertes Verbrechen bis hin zu „normaler“ Kriminalität und Einzeltaten zusammensetzt. Verhandlungen mit diesen Gruppen, sagt Stefan Dückers, werde es nicht geben. Polizei und Militär seien gefordert, die Bandas Criminales zu bekämpfen.

„Die Duldung dieser Gruppen muss aufhören“, sagt auch Eckhard Finsterer, Länderrefent Kolumbien für das Bischöfliche Hilfswerk Misereor. Andernfalls sei zu befürchten, dass sich der blutige Konfikt auf die Ebene der Bandas Criminales verlagert. Ob die Kämpferinnen und Kämpfer ihre Waffen niederlegen, hängt auch davon ab, welche Zukunftsperspektiven die Regierung anbietet. Der Anbau von Koka und der Drogenhandel ist für die Bandas Criminales die Haupteinnahmequelle, auch Teile der Farc mischen mit.

 

Die Kirche ist sich ihrer Funktion bewusst

Konflikte gibt es auch mit der Zivilbevölkerung. Denn Farc- und Eln-Kämpfer machen der afrokubanischen Bevölkerung das Land streitig, nicht zuletzt, weil es dort Bodenschätze wie Gold oder Kohle gibt. Kirchenvertretern kommt in den einzelnen Diözesen eine bedeutende Rolle als Vermittler im Versöhnungsprozess zu. 1995 nahm die Nationale Versöhnungskommission „Comisión de Conciliación Nacional, CCN) ihre Arbeit auf. „Die Kirche ist sich bewusst, dass sie eine wichtige Funktion im weiteren Aussöhnungsprozess haben wird“, sagt Finsterer.


Von Kathrin Albrecht

Veröffentlicht am 27.01.2016

 
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