Downloadbereich Bischöfliches Generalvikariat Aachen
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Veranstaltungen im Bistum

30.05.2016, 18:30 - 21:30

Der Frosch zieht Hemd und Hose an...

Lieder zum Singen mit Spaß, Spiel und Bewegung in der Kita Mehr

01.06.2016, 19:30 - 22:00

Bibelgespräch und mehr

03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 15:00

Im Werden

Eigene Wachstumswege betrachten, Gottes Ruf lauschen und weiterwachsen Mehr

03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 14:00

Enneagramm Wochenende

Sich und andere verstehen. Eine Einführung in die Persönlichkeitsmuster des Enneagramm. Mehr

03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 13:00

Wochenende für Ehepaare

03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 10:00

"Abenteuer Schatzsuche"

Ein Angebot für Mädchen von 11-13 Jahren Mehr

04.06.2016, 14:00 - 18:00

Der Aachener Passionsaltar

Eine Bildbetrachtung Mehr

04.06.2016, 14:30 - 18:00

Literaturgespräch

Johann Wolfgang von Goethe - West-Östlicher Divan Mehr

06.06.2016, 15:00 - 09.06.2016, 13:00

Tanz - als Schlüssel meiner Ahnung von der anderen Welt

Meditatives Tanzen Mehr

06.06.2016, 16:45 - 21:00

Businessetikette

Über das berufliche An- und Weiterkommen in Unternehmen entscheidet neben der fachlichen Eignung... Mehr

 
 
Gemeindekonzepte sind gesucht, wenn die Kirche schließt KiZ 01/2016

Die Herz-Jesu-Kirche in Eschweiler wurde am 20. Juni 2015 entwidmet.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 01/2016

Keine Kirche heißt keine Heimat mehr?

Wenn die örtliche Kirche geschlossen ist: Wie kann es weitergehen?

Wenn die Trauer gefühlt und die Wut verraucht ist: Kann die Schließung einer Kirche neuen Wind in eine Gemeinde bringen? Im Bistum Aachen bekommen 117 Kirchen keine Zuschüsse mehr vom Bistum. 14 davon wurden an Baptisten- und orthodoxe Gemeinden verkauft , oder zu Büros und Wohnungen umgebaut.

 16 werden anders genutzt, etwa als Grabeskirche, Citykirche oder Gemeindezentrum. Vier Kirchen stehen leer. Bistum und Pfarreien fehlt es an Geld, um die Kirchen zu unterhalten. Und es fehlt an Gläubigen, die Gottesdienste besuchen.

Ich mache mich auf die Suche nach innovativen Ideen und Projekten in Gemeinden, denen die Kirche abhanden gekommen ist. Zuerst fahre ich zum St.-Martins-Gottesdienst in die Katholische Grundschule Passstraße in Aachen, die ihre Schulmessen in der Aula feiert, weil die benachbarte Kirche St. Elisabeth nicht mehr zur Verfügung steht. Hausmeister Robert Münch hatte im Baumarkt Holz gekauft und ein Kreuz gefertigt, das er vor den Gottesdiensten in der Aula aufhängt. Schulleiterin Maria Keller sagt dennoch: „Wir haben keinen Kirchenraum mehr, keine Heimat mehr, um auch praktischen Religionsunterricht zu machen.“

Nächste Station ist Bernd Wolters im Generalvikariat. Er begleitet Gemeinden, die Kirchen entwidmen und anders nutzen wollen. „Alles hat sich verändert, nur wir schleppen heute noch die Gebäude aus den vergangenen Jahrzehnten mit uns herum.“ Es sei ein großes Dilemma, dass sich die 71 GdG noch mit 900 Kirchen und Kapellen abmühten. Man wolle aber die Dinge nicht einfach ins Blaue laufen lassen, bis kein Geld mehr da sei. Kirchen würden nicht leichtfertig geschlossen. Bevor über die Zukunft von Kirchen und anderen Gebäuden entschieden werde, sei für die Pfarreien ein Pastoralkonzept gefordert, das festlege, wo und wie man in Zukunft Gemeinde leben könne.

 

Das alte Bild von Volkskirche prägt vielerorts den Rahmen

Pastoralkonzepte sind nicht immer Orte der Hoffnung. Im Konzept der GdG Düren-Nord lese ich: „Wir stehen vor den Ruinen der Volkskirche, die von vielen unbemerkt in sich zusammengefallen ist. Für einen großen Teil der aktiven Gemeindemitglieder stellen die bisherige Volkskirche und die Gemeindemodelle der 70er Jahre noch den prägenden Rahmen dar, der Heimat und Geborgenheit gab. Dies ist jedoch zu Ende gekommen, und Neues ist noch nicht in Sicht.“

Klaus Aldenhoven, Pastoralreferent in St. Willibrord Merkstein: „Ich kenne im Bistum leider nur Beispiele für Gemeinden, die schrumpfen und ihre Mitte verloren haben, wenn der Kirchenraum abhanden kommt. Gott anbeten kann ich überall, aber diese Räume beherbergen viele Geschichten. Menschen kleben daran.“ Sein Tipp: Versuch’s doch mal bei Jürgen Maubach, Gründer der Gemeinde „Zeitfenster Aachen“. „Leider ist mir da auch nichts bekannt, weder aus der Gemeindeberatung noch von den Fresh X“, sagt Maubach. „Fresh X“ steht für „fresh expression of church“. Diese „neuen Ausdrucksformen“ wenden sich vor allem an Menschen, die mit den herkömmlichen kirchlichen Strukturen nicht erreicht werden.

Unter freshexpressions.de sind für das Bistum noch keine Projekte verzeichnet. Pastoralreferent Dieter Praas, GdG Korschenbroich, hört hin und wieder: „Wir feiern unseren Gottesdienst jetzt zu Hause mit Freunden.“ Vielleicht sei ja die Hauskirche ein kommender Trend.

 

Die Merbecker Kartoffelkönigin und der Innovationsevangelist

Wenn die Schließung von Kirchen und Pfarrheimen droht, werden manche Gemeinden wieder richtig wach, damit die Kirche im Dorf bleibt. Ich lese von Fördervereinen, die sich mit großem Engagement für den Erhalt von Kirchen, Kapellen und Pfarrheimen einsetzen. Beim „Merbecker Kartoffelfest“ in Wegberg organisierten 300 Helferinnen und Helfer unter dem Motto „Himmel un Ääd“ im September 2015 ein zweitägiges Fest mit 150 Ausstellern, Tausenden von Besuchern und der Kür von Kartoffelkönigin Helga Keulertz, um Geld für den Erhalt des Pfarrheimes in die Kasse zu bekommen.

Schließlich lande ich bei einem „Innovationsevangelisten“. So nennt sich Florian Sobetzko. Er arbeitet beim Bistum Aachen als Referent für Innovationsprozesse und Personalentwicklung. Nach einem Gründertraining bei IHK und RWTH Aachen hat er keine Firma, sondern in einem leerstehenden Büroraum am Aachener Hof die „Kafarnaum-Hauskirche“ von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegründet. Im Mai 2015 sprach Florian Sobetzko in St. Foillan bei einem Gottesdienst der Gemeinde Zeitfenster Aachen. Am Ende machte er auf „die Lieblingsstelle aller pastoraler Gründer“ aufmerksam“, Jesaja 43,18: „Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten. Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“

Diese Frage gibt die KirchenZeitung an Sie, liebe Leserin, lieber Leser weiter: Sind Sie von der Schließung einer Kirche betroffen und haben mitbekommen, dass Neues zum Vorschein gekommen ist? Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen, über die wir in der KirchenZeitung berichten werden.


Von Paul Heesel

Veröffentlicht am 31.12.2015

 
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