Downloadbereich Bischöfliches Generalvikariat Aachen
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01.06.2016, 19:30 - 22:00

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03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 14:00

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Sich und andere verstehen. Eine Einführung in die Persönlichkeitsmuster des Enneagramm. Mehr

03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 13:00

Wochenende für Ehepaare

03.06.2016, 18:00 - 05.06.2016, 10:00

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04.06.2016, 14:30 - 18:00

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Im Bistum Aachen beginnt die Aktion Autofasten

Ein häufiges Bild: Vor allem morgens und am Nachmittag staut sich in den Straßen der Autoverkehr.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 07/2016

Mit vielen Schritten zum großen Ziel

Aktion Autofasten ermutigt Menschen, Neues auszuprobieren

Ab dem 20. Februar heißt es für Christen aus dem Bistum Aachen, den Autoschlüssel hängenzulassen. Bis zum 20. März laden der Diözesanrat der Katholiken, die Energieagentur NRW und der Verein Pro e. V. dazu ein, bei der Aktion Autofasten alternative Fortbewegungsmittel zum Auto zu entdecken.

 Wie nachhaltig ist die Fastenaktion bei denen, die mitmachen?

Das Kilometersammeln hat Anne Purrio am meisten Spaß gemacht. Daran erinnert sie sich, als sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal an der Aktion Autofasten teilgenommen hat – 18 Mitglieder aus der Gemeinde Herz Jesu Pongs in Mönchengladbach waren angemeldet gewesen. „Wir haben gemeinsam die Strecke nach Santiago de Compostela und zurück gesammelt“, erzählt sie. Kleinere Einkäufe erledigte sie mit dem Fahrrad oder brachte die Kinder zum Sport- oder Musikunterricht. Ihre Familie zieht mit: Ehemann Christoph fährt täglich mit dem Fahrrad in seine Praxis nach Erkelenz und erledigt seine Hausbesuche mit dem Rad. „Man guckt nicht mehr so auf das Wetter, wenn man sich regelmäßig auf das Fahrrad setzt“, findet Anne Purrio, räumt aber ein: „Nicht alles lässt sich nur mit dem Fahrrad erledigen.“

 

In den Öffentlichen Nahverkehr muss man sich erstmal hineindenken

Auch Roland Weber, Gemeindereferent in der GdG Rheydt West, fastet in diesem Jahr wieder mit. Von Berufs wegen ist er viel mit dem Auto unterwegs. Das Autofasten gebe die Gelegenheit, „sich selber ein Stückchen zu hinterfragen und auszuprobieren, was ohne Auto geht.“ Seine Erkenntnis: „In Mönchengladbach kann man sehr viel zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Und Fasten kann sogar Spaß machen.“ Sein Verhalten in der Nutzung des Autos zu hinterfragen: Genau das beabsichtige die Aktion, erklärt Nicole Gabor, Referentin des Diözesanrates der Katholiken: „Das Auto wird am meisten auf den Kurzstrecken benutzt, zum Brötchenholen oder für kleinere Besorgungen. Wir möchten dazu anregen, für diese kleinen Wege einmal etwas Anderes auszuprobieren.“

Für Teilnehmer aus dem Aachener Stadtgebiet gibt es die Möglichkeit, sein Auto für eine Woche abzugeben und dafür ein Ticket des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu nutzen. Doch mit der Nutzung des ÖPNV tun sich die befragten Teilnehmer schwer. „Es ist ein neues System, in das man sich hineindenken muss. Das ist nicht so einfach, wenn man an das Autofahren gewöhnt ist“, gibt Roland Weber zu.

 

Wenn der erste Schritt getan ist, bleiben die meisten dabei

Auch Elisabeth Deppe findet, dass der öffentliche Personennahverkehr schnell an seine Grenzen stößt, vor allem, wenn man in Regionen fahren möchte, die nicht so gut an das Verkehrsnetz angeschlossen sind. „In die Eifel fahren ist von Übach-Palenberg aus mühsam.“ Auch über das Fasten hinaus haben alle Befragten die Gewohnheit beibehalten, kleinere Strecken mit dem Fahrrad zu erledigen. Das ist nicht nur aus der Sicht der Aktion erfreulich, sondern auch aus der Sicht kommunaler Verkehrsplaner wie Claudia Strauch. Sie ist Referentin für Mobiliät, Strukturentwicklung und Tourismus in der Städteregion Aachen. Und langfristig ist klar, der Individualverkehr in der Stadt muss sich reduzieren. Größere Städte kämpfen mit zu hoher gesundheitsgefährdender Feinstaubbelastung im innerstädtischen Gebiet.

Der Eindruck, dass sich eher mehr als weniger Fahrzeuge auf den Straßen der Region bewegen, stimme derzeit noch, sagt Strauch, doch das Fähnchen beginne, sich zu drehen: „In Aachen hat das Car-Sharing deutliche Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Bei vielen Verbrauchern ist eine deutliche Verhaltensänderung zu erkennen, dass es nicht immer das eigene Auto sein muss.“ In Städten ist der öffentliche Personennahverkehr gut getaktet, in ländlicheren Regionen sei das nicht so, räumt Claudia Strauch ein: „Das können wir als Aufgabenträger so nicht leisten.“ Doch auch hier sei Car-Sharing eine denkbare Alternative. Zwar musste das Dorf-Auto in Eicherscheid mangels Teilnehmer eingestellt werden, im Aachener Außenbezirk Orsbach laufe das Projekt jedoch erfolgreich.

Vor acht Jahren hat sich die Autorin Jutta Profijt vom eigenen Auto „befreit“: „Leute, die ein eigenes Auto haben, kennen oft keine Alternativen. Trotzdem lassen sich viele Dinge gut ohne organisieren.“ Wie eine Lesereise durch das Münsterland, die sie mit dem Fahrrad bestritt. Selbst für die raderprobten Münsterländer war das keine Selbstverständlichkeit: „Die waren völlig von den Socken“, erinnert sich Profijt. Für sie ist eine Aktion wie das Autofasten „eine gute Möglichkeit, Schichten anzusprechen, die eher konservativ und auf das Auto fixiert sind.“ Es ist eine Politik der kleinen Schritte, aber die, findet Claudia Strauch, könne viel bewirken. „Wir müssen Bürgern die Möglichkeit geben, Dinge selbst auszuprobieren.“ Und wenn dieser Schritt einmal getan ist, darin sind sich alle Befragten einig, bleiben die meisten auch dabei.


Von Kathrin Albrecht

Veröffentlicht am 10.02.2016

 
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